Arbeit und Beschäftigung

Gelegentlich werden wir gefragt, welche Möglichkeiten Asylbewerber haben, eine Arbeit aufzunehmen. Wie sich jeder vorstellen kann und manch einer vielleicht selber schon erleben musste, ist eine geregelte Tätigkeit aus vielen Gründen wichtig. Selbstwertgefühl und ein strukturierter Tagesablauf sind nur zwei davon.

Grundsätzlich gilt in Deutschland, dass Asylbewerber in den ersten drei Monaten und unter bestimmten Bedingungen einem Erwerbsverbot unterliegen. In dieser Zeit dürfen sie nur eine sogenannte „Arbeitsgelegenheit“ wahrnehmen — im Prinzip gemeinnützige Hilfsdienste bei der Kommune oder Kirchen. Diese Tätigkeiten sind auf 20 Stunden pro Woche begrenzt und werden mit 1,05 Euro entlohnt.

Auch in Neunkirchen bemühen wir uns, solche Arbeitsgelegenheiten bereitzustellen: im Bauhof, in der Mittelschule, im Freibad.

In der zweiten Phase, wenn also das Erwerbsverbot aufgehoben ist, sind alle Tätigkeiten (Praktikum, Ausbildung, Berufstätigkeit) genehmigungspflichtig. Dem Landratsamt muss im Prinzip nachgewiesen werden, dass die angebotene Tätigkeit nicht von einem deutschen Staatsbürger oder EU-Bürger übernommen wird. Eine hohe bürokratische Hürde.

Erst, wenn eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt wurde oder der Asylbewerber nach 4 Jahren noch keinen Bescheid erhalten hat, gibt es eine uneingeschränkte Arbeitserlaubnis.

Wenn Sie sich für Details interessieren, können Sie diese in einer recht übersichtlichen Broschüre des Flüchtlingsrates Baden-Württemberg nachlesen: Als PDF Datei herunterladen.

Wenn Sie eine Beschäftigungsmöglichkeit haben und vor den beschriebenen Hürden nicht zurückschrecken, melden Sie sich bitte über unser Kontaktformular!