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Begegnungscafé als feste Institution

Viel ist in diesen Tagen von Integration die Rede. Integration lebt von Begegnung. Deswegen war es uns als Helferkreis von Anfang an wichtig, Möglichkeit zur Begegnung zu schaffen. So haben wir die Idee eines regelmäßigen Cafés aufgegriffen, die bei anderen Helferkreise bereits erfolgreich war.

Mittlerweile hat sich das Begegnungscafé als feste Einrichtung etabliert. An jedem zweiten und vierten Samstag im Monat (ausgenommen Feiertage) hat es auch seinen festen Platz im Kalender. Bisher konnten wir bei jedem Termin neue interessierte Neunkirchner treffen. Die Gespräche zwischen allen Besuchern haben immer „Hand und Fuß“, weil man die zur Verständigung braucht. Aber es kommt trotzdem ein sehr guter Austausch zustande.

Machen Sie sich selbst ein Bild und kommen Sie mal vorbei! Die Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Sprache aus dem Internet

Alle Menschen, die bereits Kontakt mit den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft hatten, kennen das Phänomen: Wie fange ich ein Gespräch an, wenn es auf Englisch nicht klappt? Noch schwerer wird es, wenn Alltagssituationen wie Einkaufen, Arztbesuche oder Behördengänge mit ihren Spezialwörtern anstehen. 

Sehr schnell haben sich dabei die Übersetzungshilfen bewährt, die moderne Smartphones bieten – einer von vielen Gründen, warum Smartphones für Flüchtlinge kein Luxus sind, sondern lebenswichtig. 

Darüber hinaus gibt es im Internet einige Angebote, die man als Hilfe benutzen kann, beispielsweise ein kostenloses Online-Wörterbuch Deutsch/Arabisch: http://de.langenscheidt.com/deutsch-arabisch/

Ein Projekt in Berlin versucht gerade, ein Lexikon wichtiger Wörter und Sätze in vielen Sprachen zu erstellen, die besonders für die Betreuung von Neuankömmlingen nützlich sind: http://www.refugeephrasebook.de

Das Projekt sucht noch einige Übersetzungen. Wer helfen kann, gibt also auch noch etwas an die Gemeinschaft zurück. 

Die Vermittlung der deutschen Sprache oder „Wie viel Uhr ist es?“

Einen kleinen Blick in die alltäglichen Hürden der Sprachvermittlung ermöglicht uns der folgende Erfahrungsbericht aus den ersten Wochen des Sprachunterrichts für Erwachsene. Dort geben ja mittlerweile 8 Personen regelmäßig Unterricht. Auch während der Ferien.

Wie soll ich das nur erklären?

Die Vermittlung der deutschen Sprache oder „Wie viel Uhr ist es?“

Eigentlich ist es doch ganz einfach: Man teilt das Zifferblatt in ein Friedenszeichen, etwa so: ☮ und dann nur noch ablesen. Je nach Lage der Zeiger zueinander erhalten wir z. B. acht Uhr. Einfach! – oder doch nicht? Schon der Laut „ch“ in „acht“ macht einigen der hochmotivierten Schüler fast unüberwindliche Schwierigkeiten. Dann aber der Blick nach draußen: es ist schon spät, also nicht „acht“ sondern „zwanzig Uhr“! Das leuchtet ein. Sollten die Zeiger bei der Frage nach der Zeit jedoch die Stellung 15:20 Uhr einnehmen beginnt das Dilemma. Ist es jetzt „zwanzig nach drei“, „zehn vor halb vier“ oder jetzt, weil Nachmittag dann doch „zwanzig nach fünfzehn“?

Der geneigte Leser erkennt sofort die Problematik die mit 15:40 Uhr entstehen wird.

Noch schlimmer wird es mit den Vierteln. Bestellen wir Wein, ist klar wie viel wir bekommen, aber bezüglich der Uhrzeit? Viertel drei ist nicht dasselbe wie Viertel vor oder nach drei sondern 14:15 Uhr, bzw. 2:15 Uhr. Wir jetzt aber auch noch die Reihenfolge der Begriffe aus Versehen einer fremden Muttersprache angepasst, dann wird daraus „drei Viertel“ (dreiviertel), das wäre dann 14:45 oder 2:45 Uhr oder??? Wie schaffen wir es unter diesen Bedingungen überhaupt, jemals pünktlich irgendwo anzukommen?!

Wer jetzt noch wissen möchte, wie der Friede mit der Uhrzeit zusammenhängt, sei gesagt er teilt ganz friedlich ein Zifferblatt in „zwanzig nach“, „zehn vor halb“, „zehn nach halb“ und „zwanzig vor“, damit jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat.

Also dann, bis kurz vor zwölf, oder vierundzwanzig, oder Null Uhr; kurz, zur Geisterstunde halt.

© P. T.

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Vierter Rundbrief an die Helfer

Liebe Helferinnen und Helfer,

der letzte Rundbrief ist zwar schon eine Weile her, aber das bedeutet nicht, dass sich nichts ereignet hätte! Ganz im Gegenteil, es gibt einige Neuigkeiten zu berichten, und vielen Helferinnen und Helfern zu danken, die mittlerweile auf vielfache Weise mit anpacken.

+++ NACHRICHTEN +++

Seit kurzer Zeit sind alle Zimmer in der Gemeinschaftsunterkuft fertiggestellt und belegt. Somit wohnen jetzt 28 Personen in der Unterkunft. Die Belegung ist wie folgt: 9 Personen aus Albanien, 8 aus Nigeria, 3 aus dem Irak, 3 aus Syrien, je 2 aus Afghanistan und Pakistan und eine Person aus Äthiopien.

Die Koordinatoren der fleißigen Arbeitskreise haben sich erstmals zu künftig regelmäßig geplanten Treffen zusammengesetzt und dabei u.a. auch einen Rückblick auf bereits Geleistetes gegeben:

Siehe http://willkommen-in-neunkirchen.de/koordinatorenteam-traf-sich-erstmals/

Wir freuen uns besonders, das der Marktgemeinderat in seiner Sitzung am 22. Juli das gemeinsam von der Lenkungsgruppe erstellte Neunkirchner Konzept für die Flüchtlingsarbeit einstimmig verabschiedet hat. Damit haben wir eine tragfähige Basis für die Arbeit und eine gute Dokumentation unserer Vorgehensweise.

Siehe http://willkommen-in-neunkirchen.de/neunkirchner-konzept-zur-fluechtlingsarbeit-verabschiedet/

+++ HELFERBÖRSE +++

Der Sprachunterricht stellt eine wichtige Basis für die Handlungsfähigkeit im Alltag und für Integration dar. Daher würden wir uns freuen, wenn sich weitere Sprachtrainer finden ließen, die ein- bis zweimal in der Woche Deutschunterricht geben würden. Hilfe bei der Einarbeitung und Vorbereitung gibt das Team, daher sind nicht nur gelernte Deutschlehrerinnen und -lehrer willkommen! Wenn Sie Interesse haben, würden wir uns über eine Nachricht unter presse@willkommen-in-neunkirchen.de freuen!

Da währen der Sprachkurse oft auch kleine Kinder anwesend sind, suchen wir Freiwillige, die sich während der einstündigen Kurse um die Kinderbetreuung kümmern könnten. Auch dazu würden wir uns über eine Nachricht unter presse@willkommen-in-neunkirchen.de freuen!

+++ SACHSPENDEN +++

Werfen Sie regelmäßig einen Blick auf unsere Aufrufe zu Sachspenden. Aktuell suchen wir zum Beispiel wieder Kinderkleidung. Die Sachspendenaufrufe finden Sie unter http://willkommen-in-neunkirchen.de/spenden/

Wenn Sie dort etwas finden, das Sie entbehren können, melden Sie sich bitte über die Email-Adresse sachspenden@willkommen-in-neunkirchen.de

Koordinatorentreffen Juli 2015

Koordinatorenteam traf sich erstmals

Die Koordinatorinnen und Koordinatoren der meisten Arbeitskreise trafen sich Ende Juli zum ersten regulären Treffen im evangelischen Gemeindehaus.

Nach einer kurzen Einführung in das Neunkirchner Konzept (siehe separater Bericht) stellte jeder Arbeitskreis kurz den aktuellen Stand dar und besprach, welche Unterstützung eventuell notwendig ist.

AK Fahrradwerkstatt

Es fanden bereits mehrere Reparaturaktionen in der Unterkunft statt. Dadurch stehen jetzt 9 Fahrräder bereit. In Kooperation mit ADAC und Polizei konnte eine Verkehrsschulung durchgeführt werden.

AK Sprache & Bildung

8 ehrenamtliche Sprachtrainer bieten aktuell montags und donnerstags Sprachunterricht für alle Bewohner der Unterkunft an. Dabei steht die Vermittlung von Wortschatz mit Alltagsbezug im Vordergrund. Um dies leisten zu können, sind weitere Sprachtrainer erforderlich.

AK Fahrdienst

Der Verein „Miteinander – Füreinander“ organisiert bisher erfolgreich die verschiedenen Fahrdienste und kann dabei auf den Bus der katholischen Pfarrgemeinde zurückgreifen. Weitere Fahrer sind ebenfalls bereit, zu unterstützen.

AK Begegnungscafé

Das Begegnungscafé ist gut angelaufen. Nach dem nächsten Café am 8. August wollen sich die Helfer zu einer Feedbackrunde zusammensetzen. Ein Plakat ist in Vorbereitung.  Für die restlichen Termine des Jahres soll eine verbindliche Festlegung erfolgen, damit Planung und Werbung frühzeitig stattfinden können.

AK Sachspenden

Es wurden schon zahlreiche Aufrufe erfolgreich abgearbeitet (Kleider, Schuhe, Kindersitze, Koffer etc.).

AK Öffentlichkeitsarbeit

Wesentliche Aufgaben sind aktuell Betrieb und Pflege der Homepage willkommen-in-neunkirchen.de sowie der Betrieb einer Mailliste für alle registrierten Helfer. Ein Ausbau der Pressearbeit erfordert weitere Mitarbeiter.

Das nächste Koordinatorentreffen findet am 16. September 2015 statt.

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Neunkirchner Konzept zur Flüchtlingsarbeit verabschiedet!

Ein wichtiges Etappenziel ist erreicht: Am 22. Juli 2015 hat der Marktgemeinderat das durch die Lenkungsgruppe erstellte Konzept für die Flüchtlingsarbeit einstimmig verabschiedet. Ein klarer Auftrag für alle Beteiligten und ein großartiges Signal für die geleistete Arbeit, für das wir uns herzlich bedanken!

Seit Mai haben sich Vertreter der Gemeindeverwaltung, von Schulen, Kirchen und Vereinen intensiv um zwei Aufgaben gekümmert:

  • Organisieren konkreter Hilfe
  • Aufbau von Strukturen, die Hilfe und Integration dauerhaft ermöglichen

Während die konkrete Hilfe seit einiger Zeit sichtbar ist, wurde der zweite Auftrag mit dem vorgelegten Konzept erfüllt. Somit löst sich die Lenkungsgruppe auf und übergibt die weitere Arbeit an zwei neue Gruppen:

  • Ein Runder Tisch übernimmt die nachhaltige Steuerung der örtlichen Hilfen zwischen Markt, Staat und Zivilgesellschaft und ist Ansprechpartner für neue Entwicklungen, grundsätzliche Probleme und Anregungen.
  • Der offene Helferkreis organisiert und leistet soziale Unterstützung und schließt so weit wie nur möglich die alltäglichen Versorgungslücken des Staates durch Freiwilligenarbeit.

Ein Übersichtsbild über die Strukturen sehen Sie hier:


Wir werden Sie über die Details hier in loser Folge informieren. Insbesondere die verschiedenen Arbeitskreise, die ja bereits erfolgreich unterwegs sind, wollen wir vorstellen.

Hier können Sie das komplette Konzept herunterladen:

Konzeption der lokalen Flüchtlingsarbeit in Neunkirchen am Brand Stand 10.08.2015

[Neueste Version hinzugefügt am 11.08.2015]

Dritter Rundbrief an die Helfer

Liebe Helferinnen und Helfer,

heute gibt es im Rahmen des Bürger- und Heimatfestes die Gelegenheit, Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft und Helfer zu treffen. Von 15 bis 18 Uhr gibt es im Brandbachgarten Kaffee und Kleinigkeiten zum Essen. Kommen Sie mal beim Begegnungscafé vorbei!

Details finden Sie unter http://willkommen-in-neunkirchen.de/termin/begegnungscafe-am-buerger-und-heimatfest/
+++ NACHRICHTEN +++

Philip Ebelt hat auf Anregung von Marijana Dollack ein Logo für den Helferkreis erstellt. Dafür sagen wir ganz herzlich Danke!

Siehe auch http://willkommen-in-neunkirchen.de/wir-haben-ein-logo/

Der 1. ACN hat in der Unterkunft eine Fahrradschrauberaktion durchgeführt. Die so renovierten Räder wurden dann gleich für eine Verkehrsschulung genutzt. Einen Bericht dazu gibt es auf unserer Webseite: http://willkommen-in-neunkirchen.de/fahrradwerkstatt-und-verkehrstraining/

+++ HELFERBÖRSE +++

Wir suchen immer noch eine Person, die sich um die Koordination von Dolmetscherdiensten kümmern kann. Diese wichtige Aufgabe ist zur Zeit nicht besetzt. Hier geht es nicht um eigene Sprachkenntnisse — Sie müssen nicht selber dolmetschen. Wir brauchen aber eine zentral gepflegte Liste, wer welche Sprache spricht, um bei Bedarf schnell vermitteln zu können. Wenn Sie Interesse haben, würden wir uns über eine Nachricht unter presse@willkommen-in-neunkirchen.de freuen!

+++ SACHSPENDEN +++

Werfen Sie regelmäßig einen Blick auf unsere Aufrufe zu Sachspenden. Wenn Sie dort etwas finden, das Sie entbehren können, melden Sie sich bitte über die Email-Adresse sachspenden@willkommen-in-neunkirchen.de

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Fahrradwerkstatt und Verkehrstraining

Innerhalb des offenen Helferkreises für die Flüchtlingshilfe in Neunkirchen am Brand hat der 1. AC Neunkirchen mit Unterstützung des ADAC Nordbayern ein Fahrrad-Sicherheitstraining veranstaltet. Geleitet wurde dieses Training von PHK Josef Kohlmann, Verkehrserzieher der Polizei Forchheim. Da in den Heimatländern der teilnehmenden Flüchtlinge teilweise sehr unterschiedliche Verkehrsregeln gelten (z.B. Linksverkehr in Pakistan), wurden zunächst die Hauptschilder und die entsprechenden Regeln aufgezeigt. Auch auf die Vorfahrtsregelung „rechts vor links“ wurde intensiv eingegangen. Trotz der doch schwierigen Kommunikation hatten alle Teilnehmer die wichtigsten Regeln verstanden.

Danach wurden dann die theoretischen Kenntnisse in die praktische Übung mit den vorher reparierten Fahrrädern umgesetzt.

Auch wenn es anfangs zu leichten Schwierigkeiten beim Handzeichen zum Abbiegen kam (das Fahren mit einer Hand will geübt sein), haben alle Teilnehmer das Training mit Bravour bestanden.

Zum Abschluss wurden noch Medaillen verliehen, und zwar eine Gold, drei Silber und vier Bronze.

Sowohl die Teilnehmer als auch die Helfer hatten viel Spaß an dem Training.

Wir möchten uns bei den Helfern und vor allen Dingen bei Herrn Kohlmann für die gelungene Aktion bedanken.