Nach erfolgreichem Jahr in den WiNterschlaf

Nach einer längeren Pause haben sich die Koordinatoren des Helferkreises „Willkommen in Neunkirchen“ getroffen, um die aktuelle Situation und den weiteren Hilfsbedarf zu besprechen. Noch immer wohnen 16 Personen in der Neunkirchner Gemeinschaftsunterkunft. Eine Familie mit 2 Kindern sucht bereits seit mehreren Wochen eine Wohnung in Neunkirchen und Umgebung. Sie würden gerne bleiben, da Erwachsene und Kinder hier ein stabiles Umfeld gefunden haben.

Diese Integration wurde durch viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer seit Mai 2015 ermöglicht, von denen sich einige bis heute mit großem Engagement für die Flüchtlinge einsetzen. Dafür möchten wir erneut herzlich allen Engagierten, Spendern und Unterstützern danken! Die Arbeit hat sich nach und nach vom Helferkreis auf einzelne Patenschaften verlagert. Außerdem werden keine Flüchtlinge mehr in die Gemeinschaftsunterkünfte zugewiesen. Somit ist im Laufe des Jahres 2017 damit zu rechnen, dass die Zahl der Bewohner weiter zurückgeht und der Mietvertrag ausläuft. Vor diesem Hintergrund haben die verbleibenden Arbeitskreise von WiN beschlossen, ihre Aktivitäten ruhen zu lassen. Alle Arbeitskreise können jederzeit wieder aktiviert werden, da eine Änderung der politischen Lage in Europa schnell erneutes Handeln erfordern kann. Dann sind Alltagsbegleitung, Fahrdienste, Sprachunterricht, Fahrradwerkstatt, Begegnungscafé und Öffentlichkeitsarbeit in bewährter Weise zur Stelle.

Die Internetseite willkommen-in-neunkirchen.de wird weiter als Info-Drehscheibe zur Verfügung stehen. Wir planen auch, gelegentlich über Neuigkeiten und Veränderungen zu berichten.

Neues aus dem Helferkreis

Viele mögen sich fragen, ob es den Helferkreis noch gibt. Schließlich haben wir 2016 noch nicht von uns hören lassen.

Ja, es wird weiterhin viel für die Flüchtlinge vor Ort getan! Durch das große Engagement, besonders der Sprachtrainer, haben sich mittlerweile persönliche Beziehungen zu den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft entwickelt. Über diese „Patenschaften“ werden viele alltägliche Hilfen koordiniert. Das erklärt zum Beispiel, warum die Bitten um Sachspenden über unsere Webseite und die Facebook-Gruppe „Neunkirchen ist BUNT“ stark zurückgegangen sind.

Ein weiterer Grund ist der bisher geringe Wechsel bei den Bewohnern. Bisher sind lediglich vier Personen ausgezogen. Eine dritte syrische Familie ist zugezogen. Somit wohnen jetzt 31 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft, nämlich 3 albanische, 3 syrische und 2 nigerianische Familien sowie 2 Personen aus Pakistan, ein Äthiopier und ein Afghane. Zwei syrische Familien haben mittlerweile eine Aufenthaltsgenehmigung und suchen Wohnungen.

Neben dem Sprachunterricht sind auch die übrigen Arbeitskreise (Begegnungscafé, Fahrdienste, Dolmetscher, Fahrradwerkstatt) unverändert je nach Bedarf tätig. Wenn Sie die Bewohner und Helfer treffen möchten, empfehlen wir Ihnen einen Besuch beim Begegnunscafé. Die Termine finden Sie hier auf unserer Internetseite.

Nachdem es sowohl in Forchheim als auch in Gräfenberg gut ausgestattete Kleiderkammern gibt, besteht aktuell kein Bedarf an Kleiderspenden. Es gibt in der Unterkunft weder eine Möglichkeit zur Lagerung, noch können wir eine ordnungsgemäße Entsorgung von unverlangten Sachspenden durchführen. In den vergangenen Monaten wurden leider immer wieder Gegenstände vor dem Haus abgeladen. Ärgerlicherweise hat der unaufgeräumte Eindruck vor dem Haus wiederholt zu der Fehlannahme geführt, die Bewohner seien hierfür verantwortlich. Wir schätzen die Bereitschaft der Neunkirchner sehr, den Bewohnern mit Sachspenden zu helfen. Und diese Folgen sind sicher nicht im Interesse der Spender. Wir bitten dafür um Ihr Verständnis.

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Neunkirchner Konzept zur Flüchtlingsarbeit verabschiedet!

Ein wichtiges Etappenziel ist erreicht: Am 22. Juli 2015 hat der Marktgemeinderat das durch die Lenkungsgruppe erstellte Konzept für die Flüchtlingsarbeit einstimmig verabschiedet. Ein klarer Auftrag für alle Beteiligten und ein großartiges Signal für die geleistete Arbeit, für das wir uns herzlich bedanken!

Seit Mai haben sich Vertreter der Gemeindeverwaltung, von Schulen, Kirchen und Vereinen intensiv um zwei Aufgaben gekümmert:

  • Organisieren konkreter Hilfe
  • Aufbau von Strukturen, die Hilfe und Integration dauerhaft ermöglichen

Während die konkrete Hilfe seit einiger Zeit sichtbar ist, wurde der zweite Auftrag mit dem vorgelegten Konzept erfüllt. Somit löst sich die Lenkungsgruppe auf und übergibt die weitere Arbeit an zwei neue Gruppen:

  • Ein Runder Tisch übernimmt die nachhaltige Steuerung der örtlichen Hilfen zwischen Markt, Staat und Zivilgesellschaft und ist Ansprechpartner für neue Entwicklungen, grundsätzliche Probleme und Anregungen.
  • Der offene Helferkreis organisiert und leistet soziale Unterstützung und schließt so weit wie nur möglich die alltäglichen Versorgungslücken des Staates durch Freiwilligenarbeit.

Ein Übersichtsbild über die Strukturen sehen Sie hier:


Wir werden Sie über die Details hier in loser Folge informieren. Insbesondere die verschiedenen Arbeitskreise, die ja bereits erfolgreich unterwegs sind, wollen wir vorstellen.

Hier können Sie das komplette Konzept herunterladen:

Konzeption der lokalen Flüchtlingsarbeit in Neunkirchen am Brand Stand 10.08.2015

[Neueste Version hinzugefügt am 11.08.2015]

Großer Andrang beim ersten Treffen des offenen Helferkreises (Bild: Andreas Kummer)

Erstes Helfertreffen sehr gut besucht

Am 18. Mai haben sich knapp 80 Personen im evangelischen Gemeindehaus eingefunden, um in einem ersten Treffen den „offenen Helferkreis“ in Neunkirchen zu starten. Pfr. Axel Bertholdt leitete die Versammlung, unterstützt von den übrigen Mitgliedern der Koordinationsgruppe aus Marktgemeinde, Verwaltung, Kirchen und Schulen. Nach einem kurzen Grußwort von Bürgermeister Heinz Richter stellte der Jugendpfleger und Asylbeauftragte des Marktes, Michael Mosch den Rahmen für das bürgerschaftliche Engagement und das Zusammenspiel mit kommunaler Ebene und dem unmittelbaren Wohnumfeld dar.

Herr Schmitt als Vermieter berichtete über den aktuellen Stand der Belegung der Gemeinschaftsunterkunft und die aktuellen Bedürfnisse. Auch zwei Bewohner waren zur Veranstaltung gekommen.

Frau Dr. Kaman berichtete über die Erfahrungen der ehrenamtlichen Betreuung in der Stadt Forchheim und half bei der Strukturierung der möglichen Angebote in Neunkirchen.

Mit allen Anwesenden wurden dann Themenfelder ermittelt, die in Neunkirchen notwendig und machbar sind: Spenden, Begegnungscafé, Gesundheit, Freizeit, Alltagsbetreuung, Sport, Behördenbegleitung, Sprachkurse, Betreuung, Wohnen, Dolmetscher, Fahrrad, Alltagsbewältigung, Öffentlichkeitsarbeit. Zu allen Themen fanden sich „Paten“, die die nächsten Schritte in einer eigenen Gruppe in die Wege leiten werden.

Auch auf dieser Internetseite werden nach und nach die Gruppen erscheinen, sobald sie die aktive Arbeit aufgenommen haben.

Auch ganz konkrete Hilfe wie Spenden von Fernsehern und Ideen zur Einrichtung von Telefon und Internet in der Unterkunft konnten bereits auf den Weg gebracht werden.

Das komplette Protokoll der Veranstaltung finden Sie hier: Protokoll zum ersten Treffen offener Helferkreis, 18.05.15

Foto: Andreas Kummer